Veröffentlicht am: 1. Januar 2021689 Wörter3.4 min Lesezeit

Lachen als Universitätsfach

Bei der Ausbildung in Indien an der „Laughter Yoga University“ beim Begründer des Lachyogas, Dr. med. Madan Kataria, ging es zuerst darum, intensiv das Lachen und die Wirkung des Lachens zu spüren. Also war unsere Aufgabe nur zu lachen, angeleitet durch Körper- und Atemübungen. Zuerst war es ein wenig befremdlich, ohne Grund auf Anleitung, praktisch auf Kommando zu lachen. Doch dann wurde mein Körper vom Lachen erfasst. Ich konnte wahrnehmen, wie die Wellen des Lachens den Körper durchströmten. Nach und nach lockerten sich alle Muskeln und jegliche Anspannung im Körper verschwand. Ich hörte mich kichern, glucksen, ja auch lachend grunzen. Ich fühlte, wie das Lachen nach und nach den ganzen Körper einnahm und sich ausbreitete.

Nach mehreren Stunden lachen merkte ich direkt, wie die Endorphine durch meinen Körper rauschten. Denn nach etlichen länger anhaltenden Lachanfällen fühlte ich mich beinahe berauscht. Endorphine sind vom Körper selbst produzierte morphinähnliche Stoffe. Sie wirken stimmungsaufhellend, schmerzstillend und schmerzlindernd.

Gefühle wahrnehmen

Ich spürte, wie mein Körper bebte und dieses wohlige Gefühl der Entspannung mich einhüllte. Mein inneres Kind lachte und hüpfte. Es ging zuerst darum, all diese Gefühle zu erleben und wahrzunehmen. All die Vorteile, die Lachen hat, selbst kennenzulernen, am eigenen Körper zu spüren und wieder mit sich selbst in Kontakt zu kommen. Dies auf so einfache, lustige Weise ohne besondere Vorkenntnisse. Ohne strenge Konzentration, einfach und leicht – einfach fantastisch.

Wir lernten die medizinischen Fakten über das Lachen und das war umso einfacher, da wir ja selbst spürten, wie gut es uns tat. Und wie sehr sich der Körper erholte. Meine Rückenschmerzen, die vor allem auf Verspannungen durch meinen stehenden Beruf basierten, besserten sich. Am Schluss der Ausbildung waren sie verschwunden. Die Muskeln an den Schultern wurden leicht und locker, denn auch hier verabschiedete sich der Schmerz.

Vor allem die Atmung veränderte sich. Die meisten Menschen atmen hauptsächlich in den Brustraum und in stressigen Situationen wird der Atem immer flacher. Wortwörtlich – der Atem bleibt einem im Hals stecken. Beim Lachen atmen wir automatisch, ohne uns anzustrengen, in den Bauch. So bekommen wir viel mehr Luft und dadurch natürlich auch mehr Sauerstoff. Durch diese vermehrte Sauerstoffzufuhr steigt die Energie. Dieser Anstieg des Energie-Levels war bei allen Teilnehmenden spürbar. Ich fand es sensationell, da sich diese positiven Veränderungen auf so leichte Weise ergaben. Es war wunderbar.

Die Sprache des Lachens

Wir waren 16 Leute, angereist aus der ganzen Welt – Mexiko, Japan, Spanien, China, Bahrain, Litauen, Malaysien, um nur einige zu nennen. Unseren beruflichen Kontext kannten wir nicht. Wir erklärten und definierten uns nicht über unsere Berufe. Der gesellschaftliche Status, die Ausbildung, das Alter, all das war nicht wichtig. Wir lernten uns auf einer anderen Ebene kennen und waren durch die Magie, durch die Kraft des Lachens verbunden.

Ich war fasziniert von der Wirkung des Lachens und während der Ausbildung erinnerte ich mich an den lachenden Vorfall in der Apotheke. So entstand die Idee der Lach Apotheke. Ich wollte dieses Glücksgefühl unserer Kundschaft zusätzlich zur erstklassigen Beratung mitgeben. Ich kam voller Tatendrang nach Wien zurück, um mein Konzept sofort umzusetzen.

Es braucht noch einen Schubser

Doch der Alltag holte mich ein und mein Plan geriet ein wenig in Vergessenheit. Ich hatte großes Glück, denn ich hatte meinen Lach-Buddy Alex und die mentale Unterstützung der ganzen Gruppe. Es erreichten mich über Facebook laufend Anfragen, wie es denn der Lach Apotheke gehe. Im November traf ich in Passau meinen Lach-Buddy Alex und Riha aus Indien, der gerade in Tschechien an der Universität war. Und da war sie wieder, diese Lach-Energie. Das Treffen mit den beiden reichte, um das lachende Glücksgefühl in meinem Körper wieder hervorzuzaubern. Wir machten im verregneten, nebeligen Passau mitten auf dem Spielplatz Lachübungen. Das Lachen schallte laut durch den Nebel. Das war die Zündung, die ich gebraucht hatte, um mein Lachprojekt anzupacken.

Hinterlasse einen Kommentar

Ähnliche Beiträge